Hintergrund

Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets und seiner Möglichkeiten wurde die „Welt zum Dorf“. Nachrichten, Informationen, Warenangebote und Dienstleistungen sind quasi jederzeit und an (fast) jedem Ort verfügbar. Jedoch hat sich dadurch die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes nicht wesentlich verbessert. Die Grundvoraussetzungen für die Digitalisierung werden momentan durch den Breitbandausbau geschaffen. Die Digitalisierung muss aber auch vor Ort neben der Breitbandverfügbarkeit einen spürbaren Nutzen für die Bürgerschaft mitbringen. Weltweite Verbindungen unterstützen jedoch nicht die lokale Kommunikation und gegenseitige Hilfe der BürgerInnen im Alltag.

Zentrale Zielsetzung ist die Verbesserung des ländlichen Lebensraums und die Aufwertung der Standortqualitäten für die BürgerInnen. Hierzu bedarf es interaktives, digital organisiertes Standortmanagement für das unmittelbare Lebensumfeld. Um dem demografischen Wandel im ländlichen Raum entgegenzuwirken und die BürgerInnen an die Region zu binden, muss man ihnen die Möglichkeit bieten, sich und ihre Lebensbedürfnisse mit Hilfe digitaler Plattformen zu organisieren. Digital heißt in diesem Fall lokal. 

Die Ideen zur „Digitalen Kommune Meßstetten“ entstanden im Rahmen eines Bürgerworkshops, in welchem Vorschläge für die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Zollernalbkreis durch neue, vernetzte Dienste erarbeitet wurden. Meßstetten wurde innerhalb des Konversionsraums als Projektkommune gewählt, da es durch seinen Ortskern und die Ortsteile verschiedene Infrastrukturangebote hat, welche sich auf die digitalen Servicewünsche auswirken können. 

Vorgehensweise

Erfahrungen zeigen, dass digitale Vernetzungen und digitale Angebote in einer ländlichen Kommune dann erfolgreich sind, wenn sie einen direkten Nutzen für die Bürger haben. Eine Online-Plattform kann in einem lokalen Radius Funktionen zur Organisation von Nachbarschaftshilfe und Prozessen der individuellen Daseinsfürsorge (z.B. Einkaufen, Arztbesuche, Bildung, soziales und gesellschaftliches Miteinander) bieten. 

Für eine möglichst systematische Vorgehensweise zur Erfassung von gewünschten Interaktionen wurden altersabhängige Zielgruppen gebildet, denn es ist davon auszugehen, dass verschiedene Altersgruppen unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen haben. Drei Zielgruppen wurden differenziert betrachtet: Jugendliche/junge Erwachsene, Beschäftigte und Senioren.

Die digitalen Interaktionsbedürfnisse dieser Gruppen wurden zunächst über Workshops sowie über online/offline Befragungen ermittelt. Die Ergebnisse bilden die inhaltliche Grundlage für die „Digitale Kommune Meßstetten“. In einem nächsten Schritt kann dieses Konzept unmittelbar als Pilotprojekt für Meßstetten umgesetzt werden.

Ergebnisse

Für die Jugendlichen ist Eigenständigkeit sehr wichtig. Daher wünschen sie sich eine Informationsplattform mit z. B. Fahrplänen, Veranstaltungshinweisen, Minijobbörsen, Infos zu Ausbildung und Studium etc. Zum Austausch mit anderen wurde eine Lernplattform favorisiert mit Frageforum zu Lerninhalten oder allgemeinen Themen und Nachhilfe. Eine dritte wichtige Säule stellt für die Jugendlichen eine Diskussionsplattform als Mitbestimmungsmöglichkeit in Form eines Meinungstools z.B. bei Vereinen dar.

Für die Berufstätigen ist eine Informationsplattform mit Adressen, News, Veranstaltungshinweisen etc. wichtig, ebenso wie die Austauschplattform zur Kommunikation mit Vereinen, untereinander und zur Freizeitorganisation. Hinzu kommt hier der Wunsch nach einer Serviceplattform, welche im Alltag Unterstützung bieten kann (Mitfahrgelegenheiten, Hilfsarbeitsdienste, Suchen-Finden).

Senioren sind interessiert an digitalen Technologien und sehen einen großen Nutzen von digitalen Geräten in ihrem Alltag.Sie favorisieren eine Austauschplattform zur Kommunikation mit Vereinen, Stadt und Freunden. Zum Teil benötigen sie Unterstützung bei der Handhabe digitaler Anwendungen in Form von Schulungsangeboten.

Die Präsentation zur den Ergebnissen finden Sie hier:
Digitale Kommune Meßstetten - Ergebnisse der Befragungen und Workshops & weitere Vorgehensweise

App

Parallel zu den Aktivitäten des Regionalmanagements entwickelte die Stadt Meßstetten die neue Meßstetten-App. Hiermit konnte sie erfolgreich den bisherigen WhatsApp-Dienst ersetzen. Mit der neuen App informiert die Stadtverwaltung über Aktuelles wie Straßensperrungen, Veranstaltungen und Müllabfuhrtemine. Durch individuell einstellbare Push-Nachrichten zeigt die App aktuelle News direkt auf dem Smartphone an. Des Weiteren können in Zukunft weitere Servicemodule, die von den Bürgern in der Umfrage genannt wurden, in die Meßstetten-App übertragen werden. Über die Möglichkeit der Implementierung der Wünsche aus den Umfragen und Workshops in die App wird mit der Stadtverwaltung Meßstetten beraten, die hierfür verantwortlich zeichnet.

Die neue App gibt es bereits in den jeweiligen App-Stores zum Download: 

iOS: https://apps.apple.com/us/app/me%C3%9Fstetten/id1488616180?l=de&ls=1
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.cmcitymedia.messstetten

Oder hier:

QR-Code zu Apple iTunes:

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QR-Code zu Google PlayStore:

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